„Neuapostolische Kirche im Wandel“ – Ein ökumenischer Abend in Calbe

Am Dienstag, den 25. November 2014 versammelten sich Christen verschiedener Konfessionen in der neuapostolischen Kirche in Calbe/Saale, um sich gegenseitig kennenzulernen und einen gemeinsamen Abend zu verbringen.

Zu Beginn des Abends wurden alle Anwesenden vom gastgebenden Priester Andreas Gauditz zu einem gemeinsamen Gebet eingeladen.

Dann referierte der evangelische Pfarrer Gottfried Eggebrecht aus Brumby zu dem Thema „Neuapostolische Kirche im Wandel“. Dabei erläuterte er die Entwicklung der Kirche, ausgehend von den Anfängen im 19. Jahrhundert, schilderte aber auch viele persönliche Begegnungen mit der Neuapostolischen Kirche und deren Mitgliedern. Als persönliches Fazit äußerte der Pfarrer, dass sich die Neuapostolische Kirche, die noch vor wenigen Jahren überwiegend als Sekte oder Sondergruppierung wahrgenommen wurde, zunehmend geöffnet und Ökumenefähigkeit erlangt habe.

Diese veränderte Wahrnehmung stützte er mit Zitaten aus dem Buch „Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben“ aus dem Jahr 1992 im Vergleich mit dem 2012 erschienenen Katechismus der Neuapostolischen Kirche.

Als aufschlussreich empfanden es die katholischen, evangelischen und neuapostolischen Schwestern und Brüder, dass der Referent das Lehrverständnis von Kirche, Amt, Taufe mit Wasser und Heiligem Geist sowie der Eschatologie der Neuapostolischen Kirche beleuchtete und dies wertfrei dem Verständnis der beiden großen Kirchen gegenüber stellte.

Durch Nachfragen der Zuhörer entwickelte sich der Abend schnell zu einem regen Gedankenaustausch. Dabei traten einerseits die verbindenden Elemente des christlichen Glaubens, andererseits aber auch Differenzen in Fragen der Heilsvermittlung deutlich zu Tage.

Hier gab der Geistliche, der in seiner Kirche als Weltanschauungsbeauftragter tätig ist, den Rat, dass bei aller Annäherung die Differenzen zwischen den christlichen Kirchen nicht ausgeblendet werden sollten. Es sei nicht im Sinne der Ökumene, dass die verschiedenen Kirchen ihr Selbstbild aufgeben sollten.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott, wir loben dich“ endete der gut zweistündige, aber von den Besuchern als kurzweilig empfundene Abend. Ein besonderer Dank ging zuvor an Pfarrer Gottfried Eggebrecht.