Letzte Gottesdienste in Nudersdorf und Zahna

Die Gemeinden Nudersdorf und Zahna waren an diesem Sonntagnachmittag zu einem besonderen Gottesdienst eingeladen. Apostel Korbien setzte den Gemeindevorsteher Gottfried Brauckhoff in den Ruhestand und leitete gleichzeitig den letzten Gottesdienst in seiner ehemaligen Heimatgemeinde.

Das Datum für diesen Gottesdienst stand schon längere Zeit fest. Trotzdem war es für die Gemeinden in mehrfacher Hinsicht ein emotionaler Tag. So galt es, den langjährigen Vorsteher, Gemeindeevangelist Gottfried Brauckhoff, in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Durch die Schließung der Kirche Nudersdorf ging an diesem Tag aber auch eine nahezu 120 Jahre alte Ära zu Ende. Die jetzt geschlossene Kirche war die einzige Kirche in dem knapp 1.000 Einwohner zählenden Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg.

Neben vielen ehemaligen Gemeindemitgliedern nahmen an diesem Gottesdienst auch die Vorsteher der Gemeinden des Kirchenbezirkes Dessau teil.

Die Geschichte der neuapostolischen Gemeinde in Nudersdorf reicht bis ins Jahr 1895 zurück. Damals fanden Gottesdienste 14-tägig in einer Wohnung statt. Nachdem die Gemeinde auf nahezu 100 Mitglieder angewachsen war, wurde im Jahr 1924 eine Kirche erbaut und im November des Jahres geweiht. Sie diente bis zu ihrer Schließung der Gemeinde als Versammlungsstätte.

Innerhalb des Kirchenbezirkes war die Gemeinde Nudersdorf als engagierter Gastgeber der jährlich stattfindenden Kindertage eine feste Größe und bei Jung und Alt bestens bekannt. Evangelist Brauckhoff selbst war viele Jahre lang im Bezirk verantwortlich für die Kinderseelsorge.

Auch im Ortsteil war die Gemeinde Nudersdorf ein Begriff. Die alljährlich stattfindende „Musik im Advent“ fand immer regen Zuspruch.

Wenige Tage später, am 7. Mai 2014, leitete der Bezirksälteste Koselack den letzten Gottesdienst in der Gemeinde Zahna. Die Anfänge der Gemeinde gehen ins Jahr 1931 zurück. Damals fanden die ersten Gottesdienste in Privatwohnungen statt. Seit 1960 war Zahna eine eigenständige Gemeinde mit damals rund 40 Mitgliedern, seit 1980 mit eigenem Kirchenraum. Zuletzt zählte die Gemeinde noch 18 aktiv am Gemeindeleben teilnehmende Mitglieder.

Verschiedene Überlegungen und Zwänge führten dazu, beide Gemeinden aufzulösen. Bei den Betroffenen löste das nicht nur Freude und Zustimmung aus, weil vertraute Begegnungsstätten nicht mehr aufgesucht werden können und auch die gottesdienstliche Gemeinschaft einen neuen Rahmen hat, der erst wieder zur geistlichen Heimat werden muss.

Für diesen neuen Zeitabschnitt gab der Apostel den betroffenen Glaubensgeschwistern ein Bibelwort mit auf den Weg, das für diesen Gottesdienst auch als Predigtgrundlage diente:

„Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb“ (1. Könige 19,7.8).

Die Glaubensgeschwister aus Nudersdorf und Zahna gehören zukünftig den umliegenden Gemeinden Coswig, Elster/Jessen und Wittenberg an und sind dort herzlich willkommen.