Kirche wird zum „Haus voller Musik“

In allen Räumen der Dessauer Kirche erklangen am Kindermusiktag des Bezirks Dessau laute und leise Töne. Aus den Reihen der Kinderchorleiter hatte ein kleines Team einen abwechslungsreichen Tag für musikinteressierte Kinder organisiert.

Gemeindeevangelist André Wilke eröffnete die Veranstaltung mit einem Gebet. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Ich lobe meinen Gott“ begann der Tag mit einer Geschichte:

Ein Mann kaufte sich ein großes Haus, fern von der lauten Stadt, in der er wegen des Verkehrslärmes seine Melodie nicht mehr hören konnte. In dem großen Haus war viel Platz und nach und nach zogen die Familien Streicher, Holz- und Blechbläser sowie Schlaginstrumente ein. Alle stellten sich bei ihrem Einzug mit einer kleinen Melodie vor. Der Mann war zufrieden und spielte seine Melodie auf dem Klavier. Als aber alle Familien gleichzeitig zu musizieren begannen, war es nur noch „Katzenmusik“. Sie merkten, dass sie gemeinsam nur mit einem Dirigenten Musik machen können. Schnell war einer gefunden, und das gesamte Orchester spielte unter seiner Leitung „Alla Hornpipe“ aus der Wassermusik von G. F. Händel.

Das Orchester hatte in dieser Zusammensetzung Premiere. Musikanten aus Dessau, Wittenberg, Magdeburg, Leipzig, Berlin und Tangermünde stellten ihre Instrumente auf unterschiedliche Art und Weise vor. Nach diesem ersten Kennenlernen der verschiedenen Musikinstrumente konnten die Kinder selbst aktiv werden. Sie besuchten sechs „Familien“, welche sich nun in den Räumen der Kirche aufhielten. Musik zum Anfassen: Einmal in die Posaune blasen, den Kontrabass streichen oder an der Königin der Musikinstrumente, der Orgel, sitzen… Das war auch für die Kinder spannend, die bereits ein Instrument erlernen. Manch unerfahrener kleiner Matz entlockte einer Flöte oder sogar einer Oboe Töne.

Zwischendurch gab es Mittagessen. Die Muttis und Vatis hatten fleißig verschiedenste Köstlichkeiten zubereitet. Das schmeckte nach dem schönen, aber auch ein bisschen anstrengenden Vormittag, allen sehr gut. Schließlich hatten die Kinder wichtige Aufgaben bezüglich der Eigenschaften der Instrumente zu lösen, die das Lösungswort ergaben. Nur dann konnten Sie am Ende des Tages ein Diplom mit nach Hause nehmen. Am Nachmittag wurde der Rundgang fortgesetzt, sodass auch der letzte kleine Musikforscher einmal Xylophon gespielt oder ein Liedchen gesungen hatte.

Den Abschluss gestalteten alle gemeinsam mit rhythmischem Klatschen, Klopfen oder Stampfen. Ganz sanft klang schließlich der Tag mit einem afrikanischen Verabschiedungslied aus. Mit leuchtenden Augen, roten Wangen und verschwitzten Haaren verabschiedeten sich die Kinder. Die müden Erwachsenen tauschten Grüße bis zum Wiedersehen aus. Eines nahmen jedoch alle gemeinsam mit auf dem Heimweg: viel Musik in den Ohren und Freude in den Herzen.

Text: KK