Das Wort vom Kreuz: Jugend-Gottesdienst in Coswig

Junge Christen aus den Bezirken Torgau und Dessau waren in Coswig (Anhalt) zu einem Gottesdienst versammelt. Gemeinsame Gottesdienste in diesem Rahmen sind schon zur Tradition geworden, und so wurde auch dieser Gottesdienst durch Beiträge verschiedener Gruppen aus beiden Bereichen gestaltet.

Junge Christen aus den Bezirken Torgau und Dessau waren am Sonntag, den 14. Februar 2010 bei winterlichem Wetter in Coswig (Anhalt) zu einem Gottesdienst versammelt. Gemeinsame Gottesdienste in diesem Rahmen sind schon zur Tradition geworden, und so wurde auch dieser Gottesdienst durch Beiträge verschiedener Gruppen aus beiden Bereichen gestaltet.

Vor dem Gottesdienst wurde ein Text mit dem Titel "Das perfekte Herz" (Verfasser unbekannt) unterlegt mit Bildern präsentiert und durch das gefühlvoll vorgetragene Lied "Gib mir dein Herz" in seiner Wirkung verstärkt. Mit einem Beitrag des aus Sängern beider Bezirke bestehenden Jugendchores und einer Lesung von Versen aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth wurde in das Thema des Gottesdienstes eingeführt, dem das Bibelwort 1. Korinther 1, 22-23 zu Grunde lag:

"Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit."

Dieses Zitat blieb auch während des Gottesdienstes auf der Leinwand für alle sichtbar. Die von der Jugend gestaltete Zeit vor Beginn des Gottesdienstes bewirkte eine besondere Andacht, die sich auch im Gottesdienst fortsetzte.

In seiner Predigt führte Apostel Korbien zunächst in das Leben und Wirken des Apostel Paulus ein und schilderte die unterschiedlichen Zugänge zu Religion und Gott, mit denen sich Paulus auseinander setzte. Für die Juden war der Kreuzestod Jesu ein Skandal, war es doch nach der Thora die schändlichste Strafe zu sterben. Wäre Jesus der verheißene Messias, so müsste er doch Zeichen setzen und für gerechte Verhältnisse in der Menschheit sorgen. Die im Bibelwort beschriebenen Griechen hingegen suchten einen philosophischen Zugang zu Gott, und mussten dadurch ebenfalls den Kreuzestod Christi in Frage stellen.

So hat dieses Wort auch heute einen Bezug zum Leben als Christ: Steckt nicht in jedem von uns ein Stück "jüdischer" und "griechischer" Gesinnung im Sinne des Paulus-Wortes? Wünschen wir uns nicht auch ein Eingreifen Gottes, wenn wir schlimme Verhältnisse sehen oder versuchen wir nicht auch, uns dem Evangelium intellektuell zu nähern? Oder sind wir nicht ständig vielen Einflüssen und geistigen Strömungen ausgesetzt, die den Blick auf Christus trüben?

Apostel Korbien bestärkte darum das Prinzip der Predigt: Es ist das einfache Wort, konzentriert auf Christus, das Wort vom Kreuz, vom Evangelium und von der verheißenen Wiederkunft Christi, das gepredigt wird. Dieses Wort beabsichtigt, die Seele jedes einzelnen Hörers zum Klingen zu bringen und dann ganz konkret im Alltag erlebbar zu sein.

Bezogen auf die Präsentation vor dem Gottesdienst wünschte sich der Apostel, dass jeder einen Teil seines Herzen (seiner Liebe) an den Nächsten verschenken solle, auch wenn nicht immer eine Gegenleistung folgt. Das zeige sich zum Beispiel beim persönlichen Einbringen in die Gemeinde, wo auch - trotz Unvollkommenheiten - christliche Werte gelebt werden sollen.

Zwei weitere in der Jugendarbeit tätige Seelsorger wendeten sich mit Gedanken an die Gemeinde und wünschten, dass jeder jugendliche Christ seinen Glauben nicht nur kennt sondern auch erlebt.

Vor der Feier des Heiligen Abendmahles ging der Blick wieder hin zum Kreuz. War es nicht paradox, dass Christus, der perfekte und sündlose Mensch so schändlich zugerichtet die schlimmste Erniedrigung durchleben musste und die Gemeinde heute - gut gekleidete junge Menschen - Erlösung von ihren Sünden suchen? Aber gerade das ist das Geheimnis des Evangeliums: In der Schwachheit und Einfachheit liegt das Heil und die Erlösung.Beendet wurde die Abendmahlsfeier durch die sehr gefühlvolle Interpretation des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe" durch Saxophon und Klavier.

Nach dem Gottesdienst war noch Gelegenheit, sich bei einem Imbiss zu stärken oder um persönliche Kontakte zu pflegen.

Text: T.R., Fotos: D.S.

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